Äpfel aus dem Samengarten im Rinklin Biomarkt in Eichstetten

 

Seit Dienstag den 18.10.2016 kann man unsere Äpfel im Rinklin Biomarkt kaufen. Die Äpfel werden nach Sorten getrennt angeboten - 2 kg gibt es für 5 Euro. So lange der Vorrat reicht.

Und das Beste daran: Der volle Erlös geht an den Samengarten!

Ein großes Dankeschön geht an den Rinklin Biomarkt, der immer wieder bereit ist, solche Aktionen mit uns zu machen!


Das beiliegende Infoschreiben finden sie auch hier... ►

     

 

 

 

Erfahrungen und Erlebnisse im Samengarten

Was wäre der Samengarten ohne die vielen Menschen, die mitdenken, mithelfen, mitarbeiten und ihre Begeisterung weitertragen.

Jedes Jahr werden wir von PraktikantInnen unterstützt:

Petra Liedhegener
"Mein Praktikum im Samengarten (Juni bis August 2016)
Mit dem Hintergrund mich beruflich neu orientieren zu dürfen, hatte ich den (dringenden) Wunsch mich im Gartenbereich zu betätigen. Auf der Suche nach einer geeigneten Möglichkeit fiel mir der Samengarten ein, den ich bei einer Wanderung vor einigen Jahren zufällig entdeckt hatte und der augenscheinlich einen großen Eindruck bei mir hinterlassen hatte. Die Idee, alte und regionale Pflanzensorten anzubauen, zu erhalten, daraus Saatgut zu gewinnen, begeistert mich nicht zuletzt im Angesicht globaler Entwicklungen.
Es hat mir sehr viel Freude bereitet in einem netten Team unter fachlich kompetenter Anleitung, die praktischen Arbeiten kennenzulernen und bei Führungen und im Samenbaukurs theoretisches/praktisches Wissen zu erlangen.
Sehr schön für mich zu Sehen war auch die Arbeit mit den Kindergartenkindern und Schulklassen.
Im Moment bin ich dabei an einer sonst ungenutzten Ecke vor meinem Haus einen Minigarten anzulegen und ich freu mich
auf künftige (ehrenamtliche)Einsätze im Samengarten."

Alexandra Nothstein
"Ich bin Studentin des Masterstudiengangs Umweltwissenschaften und habe im August während meiner Semesterferien Praktikum im Samengarten gemacht. Da im August die Samenernte bereits im vollen Gange ist lag meine Hauptaufgabe beim Gewinnen von Samen und deren Aufbereitung. Aber auch die Arbeit im Garten selbst stand immer wieder im Fokus. Den Samengarten und dessen Arbeit finde ich sehr wichtig. Außerdem finde ich großartig, dass dieses Projekt überwiegend durch ehrenamtliche Helfer am Leben gehalten wird. Aus diesem Grund bin ich froh zumindest für einen kurzen Zeitraum eine Unterstützung gewesen zu sein. Die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht. Da ich selbst einen eigenen Garten habe konnte ich auch einige gute Tipps und Tricks bezüglich der Arbeit im Garten mitnehmen. Außerdem konnte ich bei der Aufbereitung der Samen einiges Neues lernen."

Barbara Friedrich
"Ich heiße Barbara Friedrich und studiere in Freiburg Umweltnaturwissenschaften und Naturschutz + Landschaftspflege im 5.Semester. Den Samengarten habe ich kennengelernt, als ich zufällig einen ausgelegten Flyer vom Samengarten gesehen habe. Da ich mich für Gärten und insbesondere für alte Nutzpflanzen interessiere, hat sich ein Praktikum im Samengarten angeboten und insgesamt habe ich vier Wochen von Mitte September bis Mitte Oktober im Garten mitgearbeitet. Die Arbeit hat mir viel Spaß gemacht und ich konnte viel Neues lernen, vor allem über Saatgutgewinnung, was ich die nächsten Jahre im Garten meiner Eltern selbst ausprobieren möchte."

 

 

 

Der Samengarten macht Schule
 

Am 09. und 10. Juni hatte der Samengarten Besuch der Klasse 1/2 M der Adolf-Gänshirt Grundschule in Eichstetten.


Natürlich haben wir öfter Besuch von Kindern im Samengarten, dieser Besuch war allerdings für mich etwas ganz Besonderes, weil es die Klasse meiner Tochter war und ich mich persönlich dafür bereiterklärt habe, die Betreuung der Gruppe im Garten zu übernehmen.
So machte ich mir schon vorab viele viele Gedanken, was ich mit den Kindern machen könnte, was sie interessieren könnte, was ich tun könnte, wenn ich sie langweilte usw. Als die Lehrerin mir dann am Tage x noch die doppelte Zeit zuteilte als eigentlich vorgesehen, rutschte mir das Herz in die Hose...das war aber alles gar nicht nötig, denn die Kinder waren alle hochmotiviert, hatten Spaß und die Zeit verging am Ende viel zu schnell!

Am ersten Tag teilten wir die Kinder in zwei Gruppen. Die eine Gruppe bastelte mit ihrer Lehrerin Ohrenzwicker-Hotels, die die Kinder mit nach Hause nehmen oder auf unserer Obstwiese aufhängen durften.
Die anderen Kinder arbeiteten mit mir im Garten. Nach der Frühstückspause wurde gewechselt.
Im Garten gab es viel zu tun. Salate mussten bonitiert, das heißt qualitativ bewertet werden. Farbe, Wuchs, Geschmack, das alles durften die Kinder bewerten und von 4 Sorten die jeweils 6 besten Pflanzen auswählen. Von diesen Pflanzen wurde im Herbst dann unser 'Elite-Saatgut' genommen.
Zwiebelblüten mussten an Stäben festgebunden werden, damit sie mit zunehmender Reife nicht umknicken, sogar ein Stück Garten musste noch umgegraben und geglättet werden. Zum Abschluss dieses Tages bekam jedes Kind ein Tomatenpflänzchen, eine Andenbeere oder eine Paprika mit nach Hause.

Am zweiten Tag gab es gleich 4 Gruppen. Während die Lehrerin Plakate für die Vorstellung der Projektwoche bei einem Abschlussfest in der Schule mit den Kindern bastelte, habe ich mit Hilfe einiger Eltern mit Gruppe 1 Brot gebacken, mit Gruppe 2 Salat geerntet und zubereitet, mit Gruppe 3 Erdbeeren geerntet und mit Gruppe 4 Feuer gemacht. Warum? Weil es zum Abschluss ein schönes Würstchen-Grillen im Garten gab. Mit Brot und Salat und Erdbeeren zum Nachtisch!

Das war ein tolles Erlebnis, für mich und sicher auch für die Kinder, die Lehrerin und die begleitenden Eltern!

Jinan El-Hakim

     

 

 

 

Hülsenfrüchte

 

Die Vereinten Nationen haben 2016 zum Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte erklärt.
Es soll das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit für die ernährungsphysiologischen Vorzüge von Hülsenfrüchten (Leguminosen, Schmetterlingsblütler) und den Nutzen für eine nachhaltige Landwirtschaft stärken.
Hülsenfrüchte liefern wertvolles Eiweiß für die menschliche Ernährung, ihr Verzehr wird von Gesundheitsorganisationen auf der ganzen Welt empfohlen. Auch für die Fütterung von Tieren stellen die Hülsenfrüchte wertvolles Eiweiß bereit.
Leguminosen sind Pflanzen, die in der Lage sind, durch Symbiose mit Knöllchenbakterien, Luftstickstoff zu binden. Die Pflanze versorgt sich so in ausreichender Menge mit Stickstoff und hinterlässt noch genügend Stickstoff im Boden, was zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit beiträgt.
Nach der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist die Begehung des Internationalen Jahres der Hülsenfrüchte 2016 eine einzigartige Gelegenheit, um die weltweite Produktion von Hülsenfrüchten anzuregen, ihre Anwendung in Fruchtfolgen besser zu nutzen und die Herausforderungen beim Handel mit Hülsenfrüchten anzugehen.

 

Auch im Samengarten hatten wir in diesem Jahr wieder unterschiedlichste Leguminosen angebaut. Bis in den Oktober hinein wuchsen die Stangenbohnen und zeigten eine große Artenvielfalt – die Saatguternte ist hier noch nicht abgeschlossen. Angebaut waren auf dem Feld der Leguminosen außerdem Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen, Erdnüsse und viele mehr. Auf zwei Hülsenfrüchte wollen wir nochmal einen näheren Blick werfen:

Soja
Von der großen Vielfalt an kältetoleranten Soja-Sorten hatten wir im ersten Newsletter dieses Jahres schon berichtet. Für das „1000 Gärten – Soja-Experiment“ haben Gärtnerinnen und Praktikanten den Wuchs der Pflanzen dokumentiert. Zu den Hintergründen können sie hier nochmal einen Blick in den letzten Newsletter werfen..

Ernteproben und Daten aus dem Vegetationsverlauf werden nun von den Projektverantwortlichen und Wissenschaftlern gesammelt und ausgewertet.

 

Alblinsen
Zu den ersten Kulturpflanzen der sesshaftwerdenden Menschheit gehörten Linsen – sie halfen, den Proteinbedarf der Bevölkerung zu decken. Weltweit gibt es noch immer viele traditionelle Linsenanbaugebiete (z.B. Indien) und passende Verarbeitungen und Gerichte. Auch in unserer näheren Nachbarschaft – der Schwäbischen Alb – befindet sich ein jahrhundertealtes Anbaugebiet für Linsen und die Heimat der berühmten „Linsen mit Spätzle“. Lange Jahre sind jedoch die alten Linsensorten Späths Alblinse I und Späths Alblinse II nicht mehr angebaut worden – sie waren völlig verschwunden. Erst 2006 sind sie in der Wawilow-Saatgutbank in St. Petersburg (Russland) wiederentdeckt worden.
Bauern der Erzeugergemeinschaft Alb-Leisa bekamen dort 2007 wenige hundert Linsensamen. Diese wurden in aufwändiger Handarbeit vermehrt und können seit 2012 wieder zum Verkauf angeboten werden. Die historischen Linsensorten wuchsen in diesem Jahr auch im Samengarten.

 

 

 

Dal – indisches Linsengericht

Dieses Gericht hat eine "Mitarbeiterin" auf einer Indienreise kennengelernt und sich, zurück in Deutschland, auf die Suche nach dem Rezept begeben:

100 g rote Linsen
500 ml Wasser
1 Zwiebel, geviertelt und in dünne Scheiben geschnitten
1 Knoblauchzehe, kleingehackt
1 Scheibe Ingwerwurzel, kleingehackt
2 kleine Tomaten, in kleine Schnitze geschnitten
2 getrocknete Chilischoten, in ca. 5 mm Stücke geschnitten
1/2 TL Kreuzkümmelpulver
1/4 TL Kurkumapulver
1/2 TL Salz
2 EL Butter

Die gewaschenen und abgetropften Linsen mit dem Knoblauch, dem Ingwer, dem Salz und dem Kurkuma in 250 ml Wasser erhitzen und dann ca. 30 - 35 min. bei schwacher bis mittlerer Hitze köcheln lassen bis sie weich sind. Gegebenenfalls während des Köchelns etwas mehr Wasser hinzufügen, um ein Trockenlaufen der Linsen zu verhindern.

Die Butter in einer Pfanne erhitzen, darin die Chili zusammen mit dem Kreuzkümmel kurz anbraten. Dann die Zwiebeln dazugeben. Sobald die Zwiebeln goldbraun sind, die Tomaten hinzufügen und etwas weiterbraten.

Zum Schluss die gekochten Linsen untermischen und das Ganze ca. 5 - 10 min. weiterkochen lassen.

Als Beilage passt z.B. Naan (indisches Brot) oder Reis.

 

 

 

Ausblick:

Im Garten wird es leerer und leerer und bald begibt er sich in seinen Winterschlaf. Wir nutzen die Zeit für die Aufbereitung des Saatguts aber auch für Arbeiten, die nicht direkt mit dem Garten zu haben. So sind wir schon seit Langem an der Überarbeitung der Homepage und hoffen, dass wir eine neue Version vor Beginn der neuen Gartensaison online stellen können. Bis dahin finden sie noch immer auf unserer „alten“ Homepage alles, was sie über den Samengarten wissen wollen und natürlich auch die aktuelle Saatgutliste unter der Rubrik „Kulturpflanzensammlung“.

Ankündigung:

Die Stiftung Kaiserstuehler Garten ist Mitglied beim Dachverband Kulturpflanzen- und Nutztiervielfalt.
Der Dachverband lädt herzlich zu seinem 11. Symposium vom 25. bis 27.11.2016 in Witzenhausen ein.

Nähere Informationen: http://kulturpflanzen-nutztiervielfalt.org/

Anschrift

 

Copyright

 

Kontakt

 
Stiftung Kaiserstuehler Garten
(Stiftung bürgerlichen Rechts)

Eichstetter Stiftung zur Bewahrung
der Kulturpflanzenvielfalt in
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Hauptstraße 43
79356 Eichstetten am Kaiserstuhl
 
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Stiftung Kaiserstühler Garten
Eichstetten am Kaiserstuhl

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