Das Eichstetter Gälriebli kehrt zurück
Eichstetten ist ein traditionelles Gemüsedorf.
Seit vielen Jahrzehnten und auch in schwierigen Zeiten wurde der Freiburger Münster-Markt zuverlässig mit frischem Obst und Gemüse versorgt.
Dafür erhielten die Eichstetter den Spitznamen:
„Gälriebli“ – Gelbe Rüben. Eine Anspielung auf die damals üblichen und regional bedeutenden gelben Möhren.
Fast verloren – neu gezüchtet
Die gelbe Speisemöhre verschwand fast vollständig. Sie ist von orangenen Sorten verdrängt worden, die im 17. Jahrhundert in den Niederlanden gezüchtet wurden, mehr Haltbarkeit und Süße versprachen und einen Siegeszug um die ganze Welt angetreten haben.
Viele samenfeste, nachbaubare Sorten gingen verloren.
Das Eichstetter Gälriebli
Die Stiftung Kaiserstühler Garten hat über viele Jahre alte Sorten zusammengetragen und aus ihnen ein regional angepasstes, samenfestes Gälriebli gezüchtet.
Vor ca. 15 Jahren ließ man zu diesem Zweck handelsübliche Sorten zusammen abblühen, die sich verkreuzten und einen neuen Genpool bildeten.
Aus diesem Pool wurden neben einer gelben Linie auch eine orange-rote und eine violette Linie ausgelesen. Über viele Jahre hat die ständige „Elite-Auslese“ zu drei neuen Möhrensorten geführt.

Eichstetter Gälriebli-Mischung |
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Gälriebli gelb |
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Gälriebli orange-rot |
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Gälriebli violett |
Im Jahre 2019 war eine Anmeldung beim Bundessortenamt in greifbare Nähe gerückt. Für den zusätzlichen zeitlichen aber vor allem auch finanziellen Aufwand, die Sorten zu stabilisieren sowie eine größere Saatgutmenge aufzubauen, hat die Gemeinde Eichstetten uns weitere Unterstützung zugesagt.

Auswahl Elite 2020 |
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Auswahl Elite 2020 |
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Einlagerung Elite 2024 |
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Einlagerung Elite 2024 |
In den folgenden Jahren fand der Anbau auf größeren Flächen statt.
Die Möhre ist eine zweijährige Gemüsepflanze. Überwintert wurden große Mengen an Samenträgern, die dann im zweiten Kulturjahr, geschützt vor Fremdbestäubung, Samen tragen sollten.
Einige Widrigkeiten machten uns zu schaffen: Mäuseschäden im Winter, Befall mit Wurzel-Alternaria, ein ausgesprochen nasses sowie ein ausgesprochen heiß-trockenes Jahr, was zu schlechter Bestäubung und geringem Samenansatz führte.
Aber die lange züchterische Arbeit hat sich gelohnt:
Im Jahr 2025 sind unsere Gälriebli-Sorten gelb, orange-rot und violett erfolgreich beim Bundessortenamt angemeldet worden.

Anbau 2025 |
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Blüte 2025 |
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Ernte 2025 |
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Reinigung 2025 |
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Heute soll das Gälriebli wieder wachsen
Sie können nun alle 3 Sorten in einer wunderschönen und geschmackvollen „Gälriebli-Mischung“ erwerben.
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Unterstützen sie unsere wertvolle Arbeit
Züchtungs- und Erhaltungsarbeit brauchen Zeit, Wissen und finanzielle Mittel – Sie sind ein unschätzbares Kulturgut!
Regional angepasste und nachbaubare Sorten, wie das Gälriebli, sichern unsere Ernährungssouveränität. Sie sollen in ihrer ganzen Vielfalt in den Gärten und auf Äckern wachsen!
So können sie helfen:
Viele Menschen haben zum Erfolg des Projektes beigetragen! Besonders bedanken wir uns bei:

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